Bildung, Familie, Kinder und Jugend
Schuldnerberatung
7.000 bis 10.000 Haushalte Friedrichshains sind überschuldet. Der DILAB e.V. ist eine vom Landesamt für Gesundheit und Soziales anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle. Die Beratungsstelle ist im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ansässig und berät ausschließlich die Bewohner des Bezirks. Mit dem Programm des Quartiersmanagements wurde ein zusätzlicher Schuldnerberater eingestellt, der für die Belange der Anwohner des Quartiers Boxhagener Platz zuständig ist.
Hilfesuchenden wurde unmittelbar nach Kontaktaufnahme ein Termin angeboten und eine intensive Betreuung aufgebaut. Es gab hilfreiche Tipps und Informationen, wie Betroffene mit dem „Wust“ an Rechnungen, Mahnungen und Zwangsbescheiden zurecht kommen. Die Beratungshilfe stand für folgende Probleme bereit:
- bei persönlichen Krisen aufgrund der Schuldensituation
- bei Miet- und Energieschulden, Schulden aus Ratenverträgen und Krediten aller Art
- bei Rechtsfragen in Bezug auf Mahn- und Vollstreckungsbescheide
- eidesstattliche Versicherung und Pfändung
- bei allen anfallenden Haushaltsplanfragen
- bei Verbraucherschutzfragen sowie vorbeugenden Maßnahmen, die vor unseriösen Angeboten beziehungsweise falschen Entscheidungen schützen sollen
- bei Insolvenzverfahren (Verbraucherinsolvenz)
- Prävention
Wenn es gar nicht mehr anders ging, half der Berater auch persönlich und schaltete sich in die Kommunikation mit Gläubigern und Angehörigen ein. Vielen Hilfesuchenden konnte bereits mit ein bis drei Beratungsterminen geholfen werden. In schwierigeren Fällen war eine laufende Beratung erforderlich.
Bei jungen Leuten waren es neben einer gewissen Unerfahrenheit und Leichtsinn hauptsächlich die Kosten für Handys, die finanzielle Probleme verursachten. Bei älteren Menschen führten nach den Erfahrungen der Schuldnerberater überwiegend Arbeitslosigkeit, Scheidung und Krankheit zu finanziellen Problemen.
Wie wichtig diese Beratung gerade für den Boxhagener Kiez war, zeigen die Zahlen, die DILAB vorlegte. Jeder fünfte Klient, der die Hilfe des Vereins in Anspruch nahm, kam aus dem Kiez. Im Jahr 2006 fanden 99 Erstberatungen statt. Insgesamt befanden sich 79 Schuldner in laufender Beratung, wobei zehn durch die Beratungsstelle in das Verbraucherinsolvenzverfahren begleitet wurden. Von drei Klienten konnten die Schulden bereits reguliert werden.
Erfreulich war, das Betroffene das Angebot an Bekannte weiter empfohlen haben. Denn mehr als 16 Schuldner wohnten in der gleichen Straße und gaben an, dass sie von Freunden oder Bekannten von diesem Hilfsangebot gehört haben.
Im Jahr 2007 wurden 63 Klienten aus dem Vorjahr übernommen, um sie weiter auf ihrem Weg zu begleiten und zu unterstützen.