Soziale Infrastruktur und Kultur
Ausstellung: Miete am Boxi von Kaiser Wilhelm bis Kanzlerin Merkel
Die Ausstellung „Miete am Boxi von Kaiser Wilhelm bis Kanzlerin Merkel“ wurde im Frühjahr 2006 in den Schaufenstern von „Joholz“ in der Krossener Straße 18 eröffnet und war danach an neun weiteren Standorten zu sehen. Die Schau wurde vom Friedrichshainer Geschichtsverein Hans Kohlhase e.V. konzipiert und erzählt die Geschichte des Wohnquartiers von seinen Anfängen in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts bis heute.
Von der einstigen Mietausbeutung, als die Bewohner meist Beschäftigte oder Gewerbetreibende mit geringem Einkommen waren, über den jahrelangen Mietenstillstand zu DDR-Zeiten bis zur Gegenwart und den seit Mitte der 90er Jahre steigenden Wohnungspreisen, spannte die Ausstellung einen Bogen über 100 Jahre Boxi-Geschichte. Anhand von zahlreichen Beispielen einzelner Häuser wurde aufgezeigt, warum sich gerade hier in so kurzer Zeit so viele Menschen ansiedelten. Es wurden Hintergründe dargestellt und erklärt, etwa warum das Bauen von Mietskasernen für die Eigentümer einst äußerst lukrativ war. Ein weiterer Themenbereich setzte sich mit der Bewohnerstruktur auseinander, die sich vor allem in den vergangenen Jahren merklich verändert hat.
Dank der Hilfe von mehr als 30 Mitarbeitern war eine intensive Archiv- und Recherchearbeit möglich. Im Zuge der Materialsammlung wurden zahlreiche Kontakte zu Bewohnerinnen und Bewohnern geknüpft. Außerdem fanden sich in Privathaushalten interessante Exponate, wie etwa Mietdokumente.
Unterstützung fand das Projekt auch beim Mieterladen in der Kreutziger Straße, dem Mieterladen der Berliner Mietergemeinschaft sowie dem Kino Intimes.