Soziale Infrastruktur und Kultur

MAE KiezPool

In der Projektlaufzeit wurden 98 Langzeitarbeitslose an verschiedene Einsatzorte, wie beispielsweise dem Mieterladen, dem Soned e.V., dem Friedrichshainer Geschichtsverein Hans Kohlhase e.V. und der „workstation“, vermittelt.
Sechs Monate lang konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter zwischen 28 und 56 Jahren die Möglichkeit nutzen, auf freiwilliger Basis und vom JobCenter finanziert, in einem bereits bestehenden oder einem neuen Projekt in Friedrichshain sinnvoll tätig zu sein. Sie konnten sich untereinander vernetzen und sich entsprechend ihren Wünschen in Kursen des Trägers, der Volkshochschule oder des Landes Berlin qualifizieren.
Voraussetzung für das Projekt war, dass die so genannte MAE-Arbeit (Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandentschädigung, die durch das Arbeitsamt abzugsfrei anerkannt wird) freiwillig und wettbewerbsneutral ist und im öffentlichen Interesse liegt.
Die Teilnehmer unterstützten als so genannte Ein-Euro-Jobber die Aktivitäten der Vereine und konnten somit zur Realisierung bzw. Erweiterung einiger ehrenamtlich organisierten sozialen Angebote im Kiez beitragen. Dabei sollten für die Teilnehmer neue Betätigungsfelder entstehen und Fähigkeiten und Talente entdeckt werden, die möglicherweise neue Berufsfelder erschließen.
Das Projekt stellte außerdem neue und alternative Beschäftigungsmöglichkeiten in den sich verändernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen auf.
Zur Philosophie des Projekts und dem Selbstverständnis gehörten, dass Teilnehmer individuell nach ihren Bedürfnissen gefördert wurden und so genannte Regiegelder, die der Träger pro Person vom JobCenter erhielt, zur Finanzierung der Stellenangebote nach Maßgabe weitergeleitet werden.
Vorzugsweise wurden dabei Teilnehmer unterstützt, die bereits ehrenamtlich im Gebiet aktiv waren und damit einen wertvollen sozialen Beitrag für den Kiez und seine Bewohner leisteten. Es erhielten aber auch Menschen eine Chance, die sich bisher nicht engagiert hatten, jedoch bereit waren, sich auf unkommerzielle Strukturen und deren Möglichkeiten einzulassen. Voraussetzungen waren ein entsprechender Grad an Selbstorganisation, Gebietskenntnisse und spezielle Fähigkeiten und Talente für die zu erfüllenden Aufgaben.

 

Aus einem Brief an die Redaktion vom 25.02.2008:

"Bisher wurden 98 TN an 20 Einsatzstellen, zusätzlich ihrer jeweiligen angegliederten Projektstandorte, vermittelt. Im Jahr 2006 haben 12 % der TN Arbeit aufgenommen oder ein Studium begonnen. Für 2007 kann noch keine Aussage getroffen werden, da die Maßnahmen noch laufen.

UBI KLiZ e. V. hat die Koordinierung der Geschäftsstelle übernommen, workstation Ideenwerkstatt Berlin e. V. ist Träger der jobcentergeförderten Maßnahmen. Beide Vereine arbeiten Hand in Hand.
In Abgrenzung zum tradierten Begriff der Erwerbsarbeit arbeitet der Verein workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V. seit 1998 in Berlin Friedrichshain- Kreuzberg zum Thema "Alternative Formen von Tätigkeit und Arbeit". UBI KLiZ e. V. ist als Kulturstandort und Beratungseinrichtung seit 1989 im Gebiet aktiv.

Insbesondere auf Grund der langjährigen Arbeit und Auseinandersetzung auf unterschiedlichen Ebenen des Vereins workstation gab es erste konstruktive Gespräche mit Vertretern des Quartiersmanagements, des Bezirksamtes und des Jobcenters über die Machbarkeit eines "MAE - Kiezpools" bereits im Herbst 2005.
workstation beantragte Maßnahmen im Sinne des Projektes "MAE - Kiezpool" beim JC und parallel dazu beantragte UBI KLiZ eV beim Senat im November 2005 über den Quartiersrat finanzielle Mittel für die Einrichtung einer Geschäftsstelle zur ersten Vermittlung zwischen Interessenten für eine Tätigkeit auf MAE - Basis und potentiellen Einsatzstellen in Zusammenarbeit ausschließlich mit dem Träger workstation.
Auf Grund von erheblichen Verständnis- und Kommunikationsschwierigkeiten, vor allem auch innerhalb der JC - Strukturen, kam es zur Bewilligung und Umsetzung der ersten drei Maßnahmen mit 60 TN + 7 Nachrückern im Jahr 2006 und nach einer Unterbrechung durch das Jobcenter zu weiteren Maßnahmen im Herbst 2007 mit derzeit 30 TN + 1 Nachrücker.
Rück- /Zwischenblickend ist das Projekt sehr erfolgreich. Der MAE-Kiezpool führt die Arbeit auch nach dem Bewilligungszeitraum auf unbestimmte Zeit weiter. Für das Jahr 2008 sind vier Maßnahmen beantragt. Die Bewilligung steht noch aus. UBI KLiZ eV übernimmt weiterhin die Koordinierung über das Vorortbüro." Heike Weingarten

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